Themen Übersicht
Jahresbericht Abteilung Sucht 2025

Öffentlichkeits­arbeit und Prävention

Mit ihrer Öffentlichkeitsarbeit leistet die Abteilung Sucht einen Beitrag zur Prävention und Früherkennung. Sie sensibilisiert die gesamte Basler Bevölkerung, aber auch spezifische Zielgruppen wie Menschen mit Suchtproblemen, Angehörige, Arbeitgebende und Fachpersonen zu suchtrelevanten Themen. Seit letztem Jahr stehen Menschen mit Migrationshintergrund im Fokus, mit dem Ziel den Zugang zur Suchthilfe zu erleichtern.

Stadtführungen zum Thema Alkohol

Der Nationale Aktionstag Alkoholprobleme verfolgt das Ziel, die Bevölkerung für die Belastungen von Menschen mit Alkoholproblemen und deren Angehörige zu sensibilisieren.
Im Jahr 2026 stand der Aktionstag unter dem Motto «verstehen statt verurteilen» und setzte damit ein klares Zeichen gegen die Stigmatisierung von Menschenmit einem problematischen Alkoholkonsum oder einer Abhängigkeit. Stigmatisierung ist eine grosse Belastung und stellt für betroffene Personen eine Hürde dar, um Unterstützungsangebote anzunehmen.

Die Abteilung Sucht beteiligte sich seit vielen Jahren mit diversen Aktivitäten am Nationalen Aktionstag Alkoholprobleme. Damit leistet sie einen Beitrag, um das Thema sichtbar zu machen, zu sensibilisieren und einen offenen Dialog zu fördern. Im Mai 2026 hat die Abteilung Sucht kostenlose Stadtführungen für die Öffentlichkeit mit dem Verein Surprise und Roger Rebmann alias Grabmacherjoggi organisiert. Interessierte Personen besuchten Stadtführungen zu den Themen «Verstehen statt verurteilen – auf den Spuren der Basler Trinkkultur», «Zwischen Gassenküche und Schuldenberatung» sowie «Wege aus der Schuldenspirale». Auf diese Weise wurde ein Einblick in die Lebensrealität von sozial benachteiligten Menschen ermöglicht und interessante Informationen zur Basler Trinkkultur und zu problematischem Alkoholkonsum vermittelt.

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Projekt Migration und Sucht

Suchterkrankungen betreffen Menschen aus allen gesellschaftlichen Schichten unabhängig von ihrer Nationalität und Herkunft. Mehrsprachige Angebote aus der Suchthilfe sind für den multikulturellen Kanton Basel-Stadt besonders wichtig: 39% der Bevölkerung sind ausländische Einwohnerinnen und Einwohner ohne Schweizer Pass. Von den Neuzugezogenen kommt die Mehrheit mit 67% aus dem Ausland.

Im Jahr 2024 hat die Abteilung Sucht das Magazin ausgesucht.bs wie auch das Forum für Suchtfragen unter dem Titel «Sucht spricht alle Sprachen» dieser wichtigen Bevölkerungsgruppe gewidmet. Darauffolgend wurde im Jahr 2025 ein Projekt entwickelt. Mit dem Projekt Migration und Sucht sollen Kommunikations- und Sensibilisierungsmassnahmen zu Suchthilfeangeboten und -Aktivitäten für die lokale Migrationsbevölkerung partizipativ entwickelt und umgesetzt werden. Damit wird ein Ziel, welches im Legislaturplan 2025-2029 definiert ist aufgegriffen: „Präventionsmassnahmen zur frühzeitigen Erkennung und Minimierung von Risiken für chronische Erkrankungen sollen gefördert werden, um die Chancengerechtigkeit und den Zugang zu gesundheitsfördernden Angeboten für alle Bevölkerungsgruppen zu gewährleisten“.

Welches Massnahmen sind geplant?

Die Entwicklung von Kommunikations- und Sensibilisierungsmassnahmen soll in Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen Organisationen von Migrantinnen und Migranten erfolgen. Die Wahrnehmungen, Bedürfnisse und Wünsche ihrer Gemeinschaften werden in die Planung und Umsetzung der Massnahmen einfliessen. Auf diese Weise möchte die Abteilung Sucht gezielt Personen aus der lokalen Migrationsbevölkerung ansprechen und die Schwelle zur Inanspruchnahme von Angeboten der Suchthilfe senken.
Die Umsetzung der Massnahmen ist bis Ende 2028 vorgesehen.

Projekte und Angebote aus der Suchtprävention

Die Adoleszenz ist eine Lebensphase voller Entwicklungsschritte und neuen Entdeckungen. In dieser Zeit steigen die Risikobereitschaft und Experimentierfreudigkeit. Das Gefühl nach Zusammengehörigkeit unter Gleichaltrigen gewinnt an Bedeutung. Viele Jugendliche konsumieren in dieser Lebensphase zum ersten Mal psychoaktive Substanzen wie Alkohol, Nikotin, Medikamente, Cannabis oder Partydrogen. Auch der erstmalige Kontakt mit sexualisierten Inhalten oder Glücksspielen im Internet findet häufig statt. Die Nutzung von sozialen Medien und Erfahrungen mit Computerspielen nehmen im Jugendalter deutlich zu.

Befragungen zeigen einen steigenden Anteil der 15-Jährigen, die zumindest sporadisch oder einmalig bereits psychoaktive Substanzen konsumiert haben. Der einmalige sowie regelmässige Konsum kann zu unmittelbaren bzw. langfristigen schädlichen Folgen führen. Diese betreffen die psychische, physische und soziale Entwicklung. Die Nutzung von digitalen Medien steht ebenfalls in einem negativen Zusammenhang mit dem subjektiven Wohlbefinden von Jugendlichen. Deshalb ist es wichtig, Jugendliche gut zu begleiten, sie im Erwerb von Lebenskompetenzen zu unterstützen und ihre Konsumkompetenz zu stärken.

Für die Suchtpräventionsarbeit an den Basler Schulen ist die Abteilung Prävention der Medizinischen Dienste des Gesundheitsdepartements Basel-Stadt zuständig. Einige Angebote der Abteilung Prävention richten sich an Jugendliche ausserhalb des schulischen Settings. Mit Unterstützung von Partnerinstitutionen und zunehmend mit webbasierten Angeboten werden Jugendliche auch im Freizeitbereich für das Thema Sucht sensibilisiert.

Ausgewählte Kennzahlen aus der Suchtpräventionsarbeit der Abteilung Prävention:

  • 8 verschiedene Präventionsangebote im Setting Schule
    mit insgesamt 240 Durchführungen und 4.769 erreichten Schülerinnen und Schülern
  • 2 Präventionsangebote im Setting Freizeit
    mit 141 erreichten Jugendlichen
  • 2 Elternveranstaltungen
    mit insgesamt 137 Teilnehmenden
  • 2 Weiterbildungen für Fachpersonen
    mit 40 Teilnehmenden

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