Schadensminderung
Die Schadensminderung umfasst alle Massnahmen, die darauf ausgerichtet sind, die Risiken und negativen sozialen und gesundheitlichen Folgen des Substanzkonsums zu verringern. Allen schadensmindernden Massnahmen ist gemein, dass sie möglichst niederschwellig sind. Die Inanspruchnahme der diversen schadensmindernden Angebote war im Jahr 2025 durchgehend hoch.
Aufsuchende Kontakte
Mit der aufsuchenden sozialen Arbeit gelingt es mit schwer zu erreichenden, sozial benachteiligten Personen in Kontakt zu treten. Im Jahr 2025 hatte das Fachteam Mittler im öffentlichen (MiR) 3’464 Kontakte mit Konsumierenden. Die Anlauf- und Beratungsstelle frauenOase zählte 488 aufsuchende Kontakte mit Frauen. Der Verein für Gassenarbeit Schwarzer Peter wies 4’354 Kontakte auf und die Gassenarbeit Elim 1'890.
Tageseintritte in Einrichtungen der Schadensminderung
Schadensmindernde Einrichtungen stellen ein wichtiges Angebot in der Grundversorgung dar und werden tagtäglich von vielen sozial benachteiligten Personen mit und ohne Substanzkonsum aufgesucht. Die aufgeführten Stellen waren im Jahr 2025 sehr gut besucht und zeigen den Bedarf nach Beratung und Begleitung, Tagesstruktur, Verpflegung u.v.m.
Durchschnittliche Tageseintritte
Besuchende in den Kontakt- und Anlaufstellen (K+A)
Die K+A richten sich an volljährige Personen mit einem Wohnsitz im Kanton Basel-Stadt oder Basel-Landschaft. In verschiedenen Konsumräumen ist der Konsum von selbst mitgebrachten Suchtmitteln unter Aufsicht und hygienischen Bedingungen möglich. Ebenfalls werden niederschwellige Hilfeleistungen zur körperlichen, psychischen und sozialen Stabilisierung angeboten.
Durchschnittliche Anzahl Besuchende total pro Öffnungszeit
Männer
Frauen
Anzahl Konsumierende in den K+A pro Öffnung im Durchschnitt
133
Konsumierende pro Öffnung
Inhalationsraum
62
Sniff-Bereich
55
Injektionsraum
16
Quelle: Jahresstatistik Abteilung Sucht
Zunehmender Konsum von Kokain in den K+A
In den letzten Jahren zeigt sich in den K+A eine deutliche Verschiebung der Konsumformen: Während die Anzahl Konsumierender beziehungsweise Konsumationen im Injektionsraum abnimmt, nehmen risikoärmere Konsumformen wie Inhalieren oder Sniffen zu.
Zugleich ist über die Jahre sowohl beim ausschliesslichen Konsum von Kokain, als auch beim Mischkonsum mit anderen Substanzen eine Zunahme festzustellen. Diese Entwicklung soll weiterhin beobachtet werden.
Vorstudie zu Kokainkonsum in Basel-Stadt
Die anhaltend hohe Verfügbarkeit von Kokain (Crack) hat in verschiedenen Schweizer Städten zunehmend Konsequenzen für die Gesundheit und die soziale Situation von Konsumierenden. Eine wirksame medizinische Behandlung, die bisher noch nicht vorhanden ist, könnte die Situation der Konsumierenden verbessern. Zugleich könnte damit der Handel auf dem Schwarzmarkt und die damit verbundene Beschaffungskriminalität reduziert werden.
Die aktuellen gesetzlichen Grundlagen weisen Unklarheiten bezüglich der Frage auf, welche Therapieformen oder Forschungsdesigns bewilligungsfähig sind. Um die Bedürfnisse der Betroffenen und der Fachpersonen in Bezug auf die Behandlung mit einer kontrollierter Kokainabgabe zu erfassen, haben die Universitären Psychiatrischen Kliniken (UPK) Basel eine Studie durchgeführt. Diese wurde von der Abteilung Sucht mitfinanziert. In der Studie wurden 20 Konsumierende sowie fünf Fachpersonen befragt. Die Konsumierenden haben negative Folgen durch ihren Konsum und den Wunsch nach Veränderung ihres Konsums beschrieben. Eine Behandlung mit Stimulanzien als Kokainersatz können sich die wenigsten vorstellen, eine Kokaingestützte Behandlung würde hingegen auf grosse Akzeptanz stossen.
Weitere Informationen
- Bericht der Eidgenössische Kommission für Fragen zu Sucht und Prävention nichtübertragbarer Krankheiten: Gesellschaftlicher Umgang mit Crack: Analyse der gesetzlichen Grundlagen und Gesetzeslücken
- Orientierungshilfe für Städte und Gemeinden: Crack: Städteinitiative Sozialpolitik für eine wirksame Suchtpolitik