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Jahresbericht Abteilung Sucht 2025

Projekte und Angebote

Innovative Projekte und Weiterentwicklungen im Suchtbereich sind unerlässlich. Aus diesem Grund beteiligt sich die Abteilung Sucht aktiv an der Planung, Mitarbeit und Umsetzung von Projekten und neuen Angeboten. Aktuelle Beispiele dazu sind das Drug-Checking-Angebot Drogeninfo Basel (DIBS) und das Pilotprojekt zur regulierten Cannabisabgabe «Weed Care».

Im ambulanten Drug-Checking-Angebot Drogeninfo Basel «DIBS» wurden im Jahr 2025 insgesamt 398 Proben analysiert. Am häufigsten wurden Kokain-Proben abgegeben (19%), gefolgt von MDMA (18%). Die DIBS leistet einen wichtigen Beitrag zur Reduktion von Konsumrisiken.

76
72
56
52
28
27
27
16
8
36

398

Proben

76
Kokain
var(--sekundärfarbe)
72
MDMA
var(--dunkelgrün)
56
Amphetamin
var(--gsv)
52
LSD
var(--primärfarbe)
28
Cathinone
var(--gelb)
27
Ketamin
var(--kl)
27
Cannabis
var(--rot)
16
2C-B
var(--va)
8
Heroin
var(--violet)
36
Unbekannt/ Anderes
var(--tagline)

Quelle: Jahresstatistik ausgewertet durch die Abteilung Sucht

var(--dunkel-weiss)

Was konsumiere ich?

Drug-Checking-Angebote ermöglichen die chemische Analyse von psychoaktiven Substanzen und sind mit einem obligatorischen Beratungsgespräch verbunden. Bei der Analyse werden die psychoaktiven Substanzen auf ihre pharmakologisch aktiven Inhaltsstoffe sowie Reinheit geprüft. So lassen sich Verunreinigungen, Streckmittel, Falschdeklarationen und/oder eine sehr hohe Reinheit feststellen. Die Ergebnisse der Substanzanalysen aus dem Jahr 2025 zeigen auf, dass zu hohe Wirkstoffanteile, Falschdeklarationen und gesundheitsgefährdende zusätzliche Inhaltsstoffe häufig festgestellt wurden. Die Drug-Checking-Angebote in Basel leisten somit einen wichtigen Beitrag zur Reduktion von Konsumrisiken, insbesondere bei der Gruppe von Freizeitdrogenkonsumierenden, die durch klassische Beratungsangebote schwer erreichbar ist.

Das mobile Drug-Checking-Angebot Safer Dance Basel wurde im Jahr 2013 in den Kantonen Basel-Stadt und Basel-Landschaft eingeführt. Seither finden mehrmals im Jahr Präventionseinsätze in Clubs und an Festivals statt. Im Sommer 2019 folgte das ambulante Angebot DIBS mit festen Öffnungszeiten in den Räumlichkeiten des Beratungszentrums der Stiftung Suchthilfe Region (SRB) Basel. Beide Angebote werden durch die Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft mitfinanziert. Die Umsetzung erfolgte durch das Institut für Rechtsmedizin (IRM) des Gesundheitsdepartementes und das Beratungszentrum der SRB.

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Studie zum regulierten Cannabisverkauf in Apotheken im Kanton Basel-Stadt

Die Pilotstudie «Weed Care» zur kontrollierten Abgabe von Cannabisprodukten im Kanton Basel-Stadt ist am 30. Januar 2023 mit 378 Teilnehmenden gestartet. In dieser Studie werden die gesundheitlichen Auswirkungen eines regulierten Verkaufs von Cannabisprodukten über Apotheken im Vergleich zum illegalen Bezug von Cannabis auf dem Schwarzmarkt untersucht.

Nach eineinhalb Jahren Laufzeit wurde eine Verlängerung der Studie von August 2025 bis Ende Januar 2027 beantragt. Damit wurde die wissenschaftliche Datengrundlage erweitert und die Produktepallette an aktuelle Erfahrungen zum Konsumverhalten angepasst. Nach der eingegangenen Bewilligung des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) und der Ethikkommission Nordwestschweiz (EKNZ) können den Teilnehmenden risikoärmere Produktformen wie Vapes, Öl oder Spray angeboten werden.

Über den dreijährigen Studienzeitraum berichteten die Teilnehmenden von einer Reduktion des problematischen Cannabiskonsums. Der Konsum via Joints mit Tabak nahm über die drei Jahre signifikant ab. Dies deutet auf eine Verlagerung hin zu anderen, potenziell risikoärmeren Konsumformen hin. Nach Einführung der neuen Produkte stieg die Zufriedenheit mit der Produktpalette deutlich.

«Weed care» leistet einen wichtigen Beitrag, um evidenzbasierte Erkenntnisse für eine künftige Regulierung zu erhalten. Dabei werden Konsumentenschutz, Qualitätssicherung und Prävention ins Zentrum stellt.

«Weed care» ist eine gemeinsame Studie des Gesundheitsdeparte­ments Basel-Stadt, der Universitären Psychiatrischen Kli­niken (UPK) Basel, der Psychiatrischen Dienste Aargau (PDAG) und der Universität Basel. Das Gesundheitsdepartement Basel-Stadt dankt allen an der Studie beteiligten Personen und ist überzeugt, mit den Ergebnissen dazu beizutragen, dass eine zukünftige Cannabispolitik auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basiert.

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Nationale Aktionswoche für Kinder von suchtkranken Eltern in der Schweiz

In der Schweiz wachsen rund 100’000 Kinder mit einem suchtbelasteten Elternteil auf. Eine Suchterkrankung kann den Familienalltag stark belasten und die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen gefährden. Oft bleibt diese Situation unsichtbar.
Das Gesundheitsdepartement Basel-Stadt engagiert sich seit Jahren für Sensibilisierung, Prävention und Unterstützung betroffener Familien. Denn neben Eltern, die trotz Suchterkrankung gute Eltern sein wollen, brauchen auch ihre Kinder verlässliche Begleitung und Stärkung.

Im Rahmen der Nationale Aktionswoche Kinder von Eltern mit Suchterkrankung vom 16.–22. März 2026 haben Basler Schulklassen der Sekundarstufe I die Möglichkeit erhalten, den Präventionsfilm «Zoey» exklusiv und kostenlos an sechs Vorstellungen im Kino zu sehen. Jede Vorstellung wurde von einer professionell moderierten Nachbesprechung mit Fachpersonen und einer selbstbetroffenen erwachsenen Person begleitet.

Jugendlichen sollte auf diesem Weg vermittelt werden, dass

  • Sucht eine Krankheit und kein moralisches Versagen ist
  • sie keine Schuld am Verhalten oder Konsum ihrer Eltern tragen
  • sie ihre Eltern nicht «heilen» können
  • sie das Recht haben, sich gut zu fühlen, auch in belastenden Familiensituationen
  • Suchterkrankungen alle Bevölkerungsschichten betreffen können
  • es wichtig und erlaubt ist, Hilfe zu suchen und mit einer Vertrauensperson zu sprechen.

Kinder aus suchtbelasteten Familien erleben häufig Schweigen und Geheimhaltung. Die Diskussion innerhalb der Schule kann helfen, Isolation zu durchbrechen, Schuld- und Verantwortungsgefühle abzubauen und Unterstützung zu holen.

Die Aktion wurde gemeinsam von der Abteilung Sucht mit der Schulsozialarbeit Basel-Stadt und den Medizinischen Diensten Kanton Basel-Stadt konzipiert und von acht Schulklassen aus Basel-Stadt besucht.

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«Seit vielen Jahren engagiert sich die Abteilung Sucht für Kinder von Eltern mit einer Suchterkrankung.

Betroffene Kinder wie auch ihre Eltern sollen eine bestmögliche Unterstützung erhalten.

Denn auch Eltern mit Suchtproblemen wollen gute Eltern sein und ihre Kinder lieben und brauchen sie – trotz schwierigen Momenten.

Thomas Müller
Projektleiter Kinder von suchtkranken Eltern, Abteilung Sucht